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***Kritik: MockingJay: Teil 1***

 
 
mj1 kritik
 
 Autor: Jonas Sticherling
 
Studiocanal präsentiert uns mit „Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 1“ den dritten Teil der erfolgreichen "Panem" - Reihe. Wieder mit dabei: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Woody Harrelson und Julien Moore, die diesmal in den Wirren eines aufflammenden Bürgerkriegs, sowie zwischen politischen Intrigen und Propaganda einen Weg finden müssen, um den diktatorischen Präsidenten Snow und seine Machtelite im Kapitol aus dem dystopischen Staat Panem zu vertreiben.
 
Der Film beginnt ziemlich genau dort, wo der zweite Teil aufhörte: Katniss wurde nach der Zerstörung der Arena der 75.Hungerspiele von den Rebellen befreit und in den legendären Distrikt 13 gebracht. Bei eben dieser Rettung wurde aber leider ihr geliebter Peter zurückgelassen und ist so in die Hände des Kapitols und damit in die des Präsidenten Snow gefallen. Als wäre dies nicht genug, brennt das Kapitol in einem Vergeltungsschlag Katniss Heimatdistrikt, Distrikt 12, mitsamt seinen Bewohnern nieder.
 
Überrascht muss Katniss allerdings feststellen, dass Distrikt 13 keine Einöde ist, wie bisher wegen der Propaganda des Kapitols angenommen, sondern vielmehr eine Zuflucht der Rebellen, die in einem verzweigten Tunnelsystem eine Armee aufbauen. Für eben diese Armee und den aufflammenden Widerstand benötigen Rebellenführerin und Präsidentin von Distrikt 13, Alma Coin, verkörpert durch die grandiose Julianne Moore, sowie der ehemalige Spielmacher Plutarch Heavensbee, gespielt vom leider verstorbenen Philip Seymour Hoffman, Katniss Hilfe.
 
Nach einigem Zögern erklärt sich Katniss dazu bereit. Soweit brachte uns aber auch schon der Trailer. Was nun folgt ist ein Film, der die Meinung der Kinogänger spaltet. Vorne weg allerdings ein Hinweis, in eigener Sache: Ich habe die Bücher bisher nicht gelesen und ich bin mit einer großen Erwartungshaltung in den Film gegangen. So wie die meisten der Zuschauer.
 
 
Mit visuell überzeugenden Bildern, einem fesselndes Soundtrack und einer beinahe unerträglichen Spannung den ganzen Film über vermag der Film zu überzeugen. Das Ganze wird abgerundet von einem durch die Bank tollen Cast. Darin liegt aber leider auch eines der Mankos des Films.
 
So wirkte es teilweise etwas gezwungen, dass sämtliche Figuren der vorherigen Filme durch das Bild gezerrt werden. Man hört beinahe den Drehbuchautor in den Saal sagen: „Ach ja! Die Figur gibt es ja auch noch“.
 
Trotz toller Performances von allen Darstellern, bleibt der Fokus auf Katniss und Nebenschicksale werden eher pflichtbewusst angerissen und abgearbeitet. Das alles ist aber nur zu schnell zu verzeihen, bei dem tollen Spiel, dass Jennifer Lawrence bietet. Und so lässt man sich nur zu gerne auf die bewegende Geschichte des MockingJays wider Willen und der Dreiecks-Liebesgeschichte ein, die die Zuschauer bereits in den ersten Filmen bannte. Zur Frustration einiger Zuschauer, die wiederum die Freude der anderen war.
 
 
Jetzt aber ein paar Sätze zur Handlung und Inszenierung des Films. Regisseur Francis Lawrence, der bereits beim zweiten Teil auf dem Regiestuhl Platz genommen hat, bietet uns beim dritten Teil der "Panem" - Reihe einen spannenden Schlagabtausch der Rebellen und des Kapitols, der nicht etwa durch gewaltige Schlachten, sondern durch Propaganda und das Warten auf den Zug der Gegenseite erzählt wird.
 
So folgt der Film Katniss nicht wiederholt auf die großen Schlachtfelder von Panem, sondern schafft es, uns als Zuschauer, gemeinsam mit den Charakteren an die großen Bildschirme der Kommandozentrale zu fesseln und unsere Blicke wie gebannt auf gestellte Interviews und das Radar zu lenken. Dies alles ist bis auf kleine Brüche schlüssig und konsequent durchgezogen. Aber hier gibt es auch ein „Problem“.
 
Durch die ersten beiden Filme und die damit verbundenen action-lastigen Hungerspiele und einer eher subtilen gesellschaftskritischen Komponente sah sich eine größere Zahl an Zuschauern auf einen explosiven Actionfilm vorbereitet. Dieser wurde auch mit dem wuchtigen Trailer noch einmal beworben, so dass es einige enttäuschte Gesichter nach der Vorführung gab, die sich ihrer Schießereien beraubt fühlten. Sofern diese fehlleitende Erwartungshaltung aber zuhause gelassen wird, kann man sich von „Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 1“ begeistern lassen.
 
 
Bei dem insgesamt tollen Film kann man auch fast verzeihen, dass er erneut relativ abrupt beendet wird und man fast ein Jahr auf die heißerwartete Fortsetzung und das letzte Kapitel der Filmreihe warten muß.
 
Auch wenn man im Film im Rückblick merkt, dass dieser vor allem zum Spannungsaufbau für den vierten und letzten Film dient und einige Szenen vermutlich deswegen aufgenommen wurden, damit das letzte Buch, gemäß dem neuen Trend in Hollywood, in möglichst vielen Einzelfilmen verarbeitet werden kann.
 
„Die Tribute von Panem: Mockingjay - Teil 1“ ist ein weiteres Highlight für all jene, die statt der Action und der Explosionen der Sommerblockbuster auf Spannung und fesselnde Bilder, sowie einen tollen Soundtrack setzen.
 
 
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